WIR BEHANDELN ANDERE SO,
WIE WIR SELBST
BEHANDELT WERDEN MÖCHTEN

O. UNIV. PROF. DR. WOLFGANG GSTÖTTNER

Operative Leistungen im Überblick

Hörverbessernde Implantationen

  • Cochlea Implantation

    Cochlea Implantation

    Cochlea Implantate sind elektronische Prothesen, mit denen das nicht mehr funktionierende Ohr ersetzt werden kann. Sie kommen bei vollkommener Taubheit oder bei hochgradigster Schwerhörigkeit zum Einsatz. Cochlea Implantate sind derzeit die einzigen Sinnesprothesen, die im menschlichen Körper eingesetzt werden.

    Welche Patienten profitieren von einer Cochlea Implantation?

     

    Taub geborene Kinder (sog. prälinguale Taubheit)

    Bei taub geborenen Kindern soll die Cochlea Implantation so früh wie möglich durchgeführt werden. Idealerweise erfolgt die Implantation im ersten Lebensjahr, sobald die Taubheit sicher abgeklärt ist. Taub geborene Kinder müssen möglichst früh implantiert werden, um so eine Reifung der zentralen Hörbahn zu ermöglichen.

    Erwachsen, Jugendliche oder Kinder, die bereits sprechen können und danach ertauben (sog. postlinguale Taubheit)

    Bei diesen Patienten kann die Cochlea Implantation in jedem Lebensalter durchgeführt werden. Bessere Ergebnisse sind zu erwarten, wenn die Implantation bald nach der Ertaubung durchgeführt wird. Da hier jedoch die Reifung der zentralen Hörbahn abgeschlossen ist, kann die Implantation grundsätzlich auch später durchgeführt werden.

    Wie funktioniert ein Cochlea Implantat?

    Ein Cochlea Implantat ist ein Neurostimulator, mit dem der Hörnerv stimuliert wird. Durch die elektrische Reizung des Hörnervens werden Impulse im Nerven ausgelöst, die ähnlich den Impulsen hörgesunder sind. Implantierte Patienten können so wieder hören, Sprache verstehen und telefonieren. Ein Cochlea Implantat besteht aus einem äußeren Anteil, der wie ein Hörgerät hinter dem Ohr getragen wird (Bild 1) und dem eigentlichen Implantat (Bild 2), das im Knochen hinter dem Ohr implantiert wird.

    Bild 1
    Bild 2

    Wie verläuft die Cochlea Implantat Operation?

    Die Operation wird in Allgemeinnarkose durchgeführt; sie dauert etwa 1-2 Stunden. Ein kleiner Hautschnitt erfolgt hinter dem Ohr und ein knöchernes Bett für das Implantat wird in den Knochen gefräst. Die Implantatelektrode wird in das nicht mehr funktionierende Innenohr eingeführt. Mit dieser Elektrode wird der Hörnerv elektrisch stimuliert. Die Cochlea Implantation ist eine sehr sichere Operation, bei mehr als 300 Implantationen sind bisher keine schweren Komplikationen aufgetreten (W. Gstöttner persönliche Erfahrung) Bild 3.

    3. Röntgenbild mit Cochlea Implant-Elektrode
  • Implantierbare Hörgeräte

    Implantierbare Hörgeräte

    Teilimplantierbare Hörgeräte


    Wann wird ein teilimplantierbares Hörgerät empfohlen?

    • wenn konventionelle Hörgeräte nicht vertragen werden (laufende Gehörgangsentzündungen, Sekretbildung)
    • wenn die Hörleistung und die Hörqualität mit einem konventionellen Hörgerät nicht zufriedenstellen ist.

    Wie sind teilimplantierbare Hörgeräte aufgebaut?

    Teilimplantierbare Hörgeräte bestehen aus dem eigentlichen Implantat, welches im Knochen hinter dem Ohr eingesetzt wird. Eine kleine Goldspule, der sogenannte Floating Mass Transducer (FMT), wird dabei im Mittelohr an die Gehörknöchelchenkette angekoppelt (Bild 1 und Bild 2).

    Bild 1
    Bild 2

    Das Mikrofon mit der Batterie wird außen am Körper, unter dem Haaransatz hinter dem Ohr getragen (magnetischer Halt). Bild 3

    Bild 3 (ungefähr der Durchmesser einer 2 Euromünze)

    Die erste Implantation mit einem teilimplantierbaren Hörgerät (Soundbridge) wurde 1998 im Wiener Allgemeinen Krankenhaus durchgeführt Bild 4, Operateur W. Gstöttner. Seither werden an der Universitäts-HNO Klinik in Wien ca. 25-30 solcher Implantationen pro Jahr durchgeführt.

    Bild 4 Soundbridge MED EL,
    1. Implantation in Österreich 1998 (W. Gstöttner)

    Vollimplantierbare Hörgeräte

    Vollimplantierbare Hörgeräte werden komplett unter die Haut eingesetzt, dass heißt, kein Implantat-Teil muss außen an der Haut getragen werden. Die ersten vollimplantierbaren Hörgeräte wurden in Österreich 2008 eingesetzt (W. Gstöttner). Bild 5

    Bild 5

    Die Erfahrung mit den bisher implantierten Patienten muss weiter abgewartet werden, um diese Implantate auch weiteren Patienten zugänglich zu machen.